Was bedeutet die Redewendung? Hier gibt's Erklrungen und Herkunft ...

Redewendung: Bedeutung und Herkunft erklärt

 

Was bedeutet die Redewendung

 

Redewendung: Definition

 
In der Sprachwissenschaft heißen Redewendungen Phraseologismen oder Idiome. Es handelt sich um feste Verbindungen von Wörtern, die zusammen eine bestimmte Bedeutung haben. Meist ist die Bedeutung bildhaft / metaphorisch.
 

Redewendungen und der Nutzen für Ihre Texte

 
Durch ihre Bildhaftigkeit eignen sich Redewendungen perfekt, um Texte näher an die gesprochene Sprache heranzubringen. Die Nähe zum Sprechen steckt ja schon im Begriff „Redewendung“. So können mit Redewendungen unpersönliche Texte aufgelockert werden. Briefe und E-Mails beispielsweise werden so wesentlich weicher, enthalten Elemente, die man kennt. Und gehen vor allem leichter in den Kopf des Lesers, wo sie sich besser verankern.
 

Was bedeutet die Redewendung …

 
Damit Sie Redewendungen nicht blindlings verwenden, haben wir hier einige Erklärungen zu typischen Redewendungen für Sie gesammelt. Meist muss man natürlich nicht wissen, wie eine Redewendung entstand, solange man weiß, was sie heute bedeutet. Aber manchmal kann dieses Wissen auch verwendet werden, um sich zusätzlich zur Redewendung im Text auch auf ihre ursprüngliche Bedeutung zu beziehen.
 
Was bedeutet die Redewendung: Ich verstehe nur Bahnhof
 
„Ich verstehe nur Bahnhof“ kommt ursprünglich aus dem Ersten Weltkrieg. Soldaten, die nach Hause durften, benutzten diese Redewendung, weil der Bahnhof für sie ein Symbol der Heimreise war. Gespräche, die sich nicht um die Heimkehr drehten, brachen sie immer mit dem Satz „Ich versteh‘ nur Bahnhof“ ab. Die Redewendung ist uns bis heute erhalten geblieben.
 
Was bedeutet die Redewendung: Etwas im Schilde führen
 
Etwas im Schilde führen – wer denkt da nicht sofort an Ritter mit Schwert und Schild? Allerdings war auf dem Schlachtfeld der Schild nicht nur wichtig, um sich zu verteidigen, sondern auch, um die eigene Geschichte zu zeigen: Symbole, Wappen oder Informationen zur Herkunft des Schildträgers waren im Inneren des Schildes aufgemalt. Dadurch konnte man auch erkennen, wer Freund oder Feind war. Denn durch die Rüstung war das nicht immer klar zu deuten. Heute wird die Redewendung jedoch oft negativ assoziiert.
 
Was bedeutet die Redewendung: Alter Schwede
 
Den Ausruf „Alter Schwede“ benutzt man, wenn man erstaunt über etwas ist. Der Kurfürst Friedrich Wilhelm war nach dem Dreißigjährigen Krieg alte schwedische Soldaten als Ausbilder für das preußische Heer an. Sie waren sehr beliebt, führten allerdings auch ein strenges Regiment. Daher etablierte sich bei den Soldaten der Ausruf „Alter Schwede!“, wenn Sie – in Ihren Augen – wieder
Unglaubliches leisten sollten. Die Redewendung ist bis heute in unserem Sprachgebrauch.
 
Was bedeutet die Redewendung: Sich den Löwenanteil sichern
 
Hat sogar ein bisschen mit der Höhle der Löwen zu tun ;-). Wenn sich jemand den Löwenanteil sichert, bekommt er das begehrteste oder größte Stück ab. Nach einer Fabel des griechischen Dichters Äsop gingen Löwe, Fuchs und Esel gemeinsam auf die Jagd. Durch seine Stärke beanspruchte der Löwe den größten Anteil der Beute.
 
Was bedeutet die Redewendung: den Nagel auf den Kopf treffen
 
„Den Nagel auf den Kopf treffen“. Bei dieser Redewendung denken wir doch sofort an Handwerker. Hat aber gar nichts mit ihnen zu tun. Die Redewendung wird sehr wahrscheinlich aus dem Schützenwesen hergeleitet. Ein Nagel diente früher zur Aufhängung der Zielscheibe. Gleichzeitig war er auch der Mittelpunkt, da die Scheibe immer genau in der Mitte aufgehängt war. Traf der Schütze also genau in die Mitte, traf er den Nagel auf den Kopf.
 
Was bedeutet die Redewendung: etwas auf Vordermann bringen
 
Die Redewendung „etwas auf Vordermann bringen“ verwenden wir, um auszudrücken, dass wir Ordnung schaffen wollen. Jeder hat diese Redewendung wohl in dem einen oder anderen Kontext schon benutzt. Ihr Ursprung liegt im Militär. Denn beim Antreten in Reih und Glied müssen sich die Soldaten nicht nur am Nebenmann ausrichten, sondern auch am Mann in der vorderen Reihe: also dem Vordermann. Ist also jemand am Vordermann ausgerichtet, ist alles in Ordnung gebracht.
 
Was bedeutet die Redewendung: einen Strich durch die Rechnung machen
 
Woher stammt die Redewendung „einen Strich durch die Rechnung machen“? Eines ist beruhigend: Mit diesem Problem haben sich vor uns schon andere herumgeschlagen. Bei Wirten war es üblich, bezahlte Rechnungen durchzustreichen. Betrügerische Kunden nahmen den Strich vorweg, bevor sie bezahlt hatten. Und Schüler in früheren Zeiten mochten den Strich durch die Rechnung auch nicht. Denn wenn sie sich verrechneten, strich der Lehrer kurzerhand die Rechenaufgabe durch. Die Schüler mussten von vorne anfangen.
 
Was bedeutet die Redewendung: einen Korb bekommen
 
„Einen Korb bekommen“ kennt man. Mag man nicht. Doch früher wurde man dabei auch noch körperlich verletzt. Edle Burgfräuleins zogen nachts ihren heimlichen Geliebten in einem Korb zu sich herauf. Wollten die Damen den Geliebten loswerden, schickten sie einen Korb mit einem gelockerten Boden hinab. Und der Verehrer fiel wortwörtlich durch den Korb. Später wurde dem Verehrer nur noch ein kleiner Korb ohne Boden geschickt, was kein Interesse bedeutete. Aus dem ungesunden durch den Korb fallen war „einen Korb bekommen“ geworden.
 
Was bedeutet die Redewendung: die Löffel spitzen
 
Woher kommt eigentlich die Redewendung „die Löffel spitzen“? Sie stammt aus der Jägersprache. Die Jäger sagten früher, dass die Hasen ihre Löffel spitzen. Denn die Ohren des Hasen haben eine ähnliche Form wie Löffel und diese ragen bei Geräuschen aus dem hohen Gras heraus. Heute benutzen wir die Redensart, um zu sagen, dass wir deutlich hinhören sollen.
 
Was bedeutet die Redewendung: sich etwas durch die Lappen gehen lassen
 
Die Redewendung „sich etwas durch die Lappen gehen lassen“ kommt aus der Treibjagd und bedeutet, dass einem etwas entgeht oder man etwas verpasst. Vor der Jagd spannte man zwischen den Bäumen Seile, auf die dann große bunte Stofflappen gehängt wurden. Während der Jagd hielten sich die gehetzten Tiere instinktiv von diesen flatternden Stoffen fern. So wurde die Jagd für den Adel erheblich erleichtert. Das war wichtig, denn war der Adel auf der Jagd, mussten natürlich Erfolge her. Büxte ein Tier trotzdem aus, ging es den Jägern wortwörtlich „durch die Lappen“.
 
Was bedeutet die Redewendung: sich am Riemen reißen
 
Die Redewendung „sich am Riemen reißen“ stammt aus dem Militär. Da ein Riemen ein längliches Stück Leder ist, wurde ein Gürtel früher auch Riemen genannt. Die Soldaten mussten stets in tadelloser Uniform vor den Vorgesetzten erscheinen, selbst auf dem Schlachtfeld. Und zu einem ordentlichen Auftreten gehörte auch, dass die Gürtelschnalle genau in der Mitte sitzt. War dies nicht der Fall, musste sich der Soldat „am Riemen reißen“, den Gürtel also in die richtige Position ziehen.
 
Was bedeutet die Redewendung: eine ruhige Kugel schieben
 
Viele von uns haben sicher schon mal die Redewendung „eine ruhige Kugel schieben“ verwendet. Doch wer weiß, woher sie stammt? Diesmal ist die Herkunft schnell erklärt: Sie kommt vom Kegelspiel. Denn um die Kugel auf der glatten Bahn zum Rollen zu bringen, ist kaum Anstrengung nötig. So wurde das Anschieben der Kugel zum Sinnbild für Mühelosigkeit und Leichtigkeit.
 
Was bedeutet die Redewendung: Ach du grüne Neune
 
Die Redewendung „Ach du grüne Neune!“ ist ein Ausruf, der Entsetzen oder Überraschung ausdrückt. Es gibt zwei mögliche Ursprünge: 1. Sie stammt aus dem 19. Jahrhundert. Ein sehr bekanntes Berliner Tanzlokal lag in der Blumenstraße 9. Doch sein Haupteingang war im Grünen Weg, weswegen es bald besser bekannt war als „Grüne Neune“. 2. Der Ausruf stammt von Jahrmärkten, wo mit Kartenlegen ein Blick in die Zukunft gewagt wurde. In den deutschen Spielkarten heißt die „Pik Neun“ nämlich auch „Grün Neun“. Und diese unheilvolle Karte bedeutete nichts Gutes.
 
Was bedeutet die Redewendung: etwas ausbaden müssen
 
Bekanntlich müssen wir die Folgen von etwas tragen oder Verantwortung übernehmen, wenn wir „etwas ausbaden müssen“. Die Herkunft der Redewendung basiert tatsächlich auf dem Baden. Denn früher war es üblich, dass mehrere Personen dasselbe Badewasser nutzten. Gebadet wurde meist nach der Rangfolge innerhalb der Familie. Also: Vater, Mutter, Kinder … Wer zuletzt in die Badewanne durfte, bekam natürlich nicht mehr allzu sauberes Wasser und musste auch noch die Wanne leeren und säubern. Man musste also sprichwörtlich das Wasser der anderen „ausbaden“.
 
Was bedeutet die Redewendung: unter aller Kanone
 
Die Redewendung „unter aller Kanone“ ist nur auf sprachlicher Ebene ein schweres Geschütz. Denn sie ist lediglich eine scherzhafte Eindeutschung des lateinischen Ausdrucks „sub omni canone“, was so viel heißt, wie „unter aller Richtschnur“. Dieser Ausdruck war Teil des Bewertungssystems im Schulwesen. War ein Schüler „sub omni canone“, war er nach Meinung des Lehrers noch schlechter als die schlechteste Zensur. Vermutlich formten Schüler dieses vernichtende Urteil später scherzhaft zu „unter aller Kanone“ um.
 
Was bedeutet die Redewendung: jemanden zur Sau machen
 
Oink, oink! Jemanden zur Sau machen. Diese Redewendung ist eine Anspielung auf zum Teil skurrile Bestrafungen in vergangenen Zeiten. Ganz abgesehen davon, dass Folter ein zulässiges Mittel war, gab es auch Schand- und Ehrenstrafen. Dabei wurde der Verurteilte öffentlich verspottet. Der notorische Trinker zum Beispiel wurde mit einem Weinfass bekleidet durch die Stadt kutschiert. Und wer sich selbst für damalige Verhältnisse unter aller Sau benahm, wurde mit einer Schandmaske in Gestalt eines Schweinekopfes versehen und musste sich so „zur Sau machen“ lassen.
 
Was bedeutet die Redewendung: Paroli bieten
 
Die Redewendung „Paroli bieten“ leitet sich von früher beliebten Kartenspielen ab, vor allem vom in Frankreich und Italien bekannten Kartenspiel „Pharao“. Hatte ein Spieler beim Pharao in einer Runde gewonnen, konnte er seinen ursprünglichen Einsatz und den Gewinn stehen lassen und so in der nächsten Runde verdoppeln. Genau das nannte man „Paroli bieten“. Später wurde diese Redensart auch in den deutschen Sprachgebrauch übernommen.
 
Was bedeutet die Redewendung: etwas springen lassen
 
Wer heute „etwas springen lassen“ will, zückt oft einfach die Kreditkarte. Früher hingegen sprangen wortwörtlich Münzen über den Tisch. Der Grund: Immer mehr Kaiser prägten selber Münzen, wodurch es eine unübersichtliche Anzahl an Münzen gab. Viele davon waren gefälscht und somit wertlos. Um die Echtheit der Münzen zu prüfen, ließ man sie wortwörtlich über den Tresen springen. Beim Bezahlen warf man die Geldstücke auf den Tresen, um zu zeigen, dass sie wohlklingend und somit echt waren. Geübte Ohren konnten am Klang echte und gefälschte Münzen unterscheiden.
 
Was bedeutet die Redewendung: Guten Rutsch!
 
Die Redewendung „Guten Rutsch!“ benutzen wir gewöhnlich immer gegen Ende des Jahres. Doch woher stammt sie eigentlich? Es gibt zwei mögliche Erklärungen. Zum einen könnte sie vom hebräischen Wort „Rosch“ kommen, was so viel wie „Anfang“ bedeutet. Demnach wäre der gute Rutsch ein guter Anfang. Zum anderen wird vermutet, dass sich das Wort „Rutsch“ von dem Wort „Reise“ ableitet. Dann ginge es an Silvester also um eine gute Reise.
 
Was bedeutet die Redewendung: Das ist mir schnuppe
 
Die Redewendung „das ist mir schnuppe“ kommt nicht von der Sternschnuppe, wie man vielleicht denken könnte. Es ist das verkohlte Ende eines Kerzendochts. Und wenn einem etwas schnuppe ist, dann ist es ihm so viel wert, wie das verkohlte Ende eines Dochtes. Also nichts. Schnuppe kommt vom mittelalterlichen Wort „snuppen“ und bedeutet so viel wie putzen. Der Docht einer Kerze musste früher geputzt werden.
 
Was bedeutet die Redewendung: etwas brennt unter den Nägeln
 
Die Redewendung „etwas brennt unter den Nägeln“ hat ihren Ursprung in einem früheren Brauch der Mönche: Die klebten sich zur Frühmesse kleine Kerzen auf die Fingernägel, da sie so besser lesen konnten.
 
Was bedeutet die Redewendung: Schwamm drüber
 
Die Redewendung „Schwamm drüber“ hat ihren Ursprung in der Geschichte der Wirtshäuser: Die Anzahl der Getränke und der zu zahlende Betrag wurden dort früher mit Kreide auf eine Tafel geschrieben. Nach Bezahlung der Zeche wischte der Kellner die notierten Schulden einfach mit einem Schwamm weg.
 
Was bedeutet die Redewendung: seine Pappenheimer kennen
 
Die Redewendung „seine Pappenheimer kennen“ basiert auf dem Reitergeneral Gottfried Heinrich zu Pappenheim. Dieser hatte ein besonders treues und aufrichtiges Regiment hinter sich, das als Pappenheimer bezeichnet wurde. Schiller machte den Ausdruck in seinem Drama „Wallenstein“ unvergesslich: „Daran erkenn‘ ich meine Pappenheimer“. Die Redewendung drückte früher Anerkennung aus. Heute ist sie eher neutral oder gar abwertend gemeint.
 
Was bedeutet die Redewendung: jemandem etwas in die Schuhe schieben
 
Die Redewendung „jemandem etwas in die Schuhe schieben“ stammt aus der Gaunersprache. Wie wir es heute von Hostels kennen, gab es damals auch große Schlafsäle für Reisende. Die Schuhe stellten alle gemeinsam davor ab. Diebe nutzten diese Gelegenheit, gestohlene Dinge in den Schuhen anderer zu verstecken, um bei einer nächtlichen Durchsuchung schuldfrei weiterziehen zu können.
 
Was bedeutet die Redewendung: jemanden in die Wüste schicken
 
Wenn man die Redewendung „jemanden in die Wüste schicken“ verwendet, dann bezieht man sich auf ein altes Ritual des Volkes Israel. Einmal jährlich wurden symbolisch alle Sünden auf einen Ziegenbock übertragen. Dieser wurde dann in die Wüste geführt und zurückgelassen. Das Volk galt danach als befreit von allen Sünden.
 
Was bedeutet die Redewendung: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst
 
Die Redewendung „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ war im Mittelalter eine der ersten demokratischen Regeln. Sie besagte, dass sich an Mühlen alle anstellen müssen. Einer nach dem anderen. Und das Besondere daran war: Diese Regel galt auch für Fürsten. Deshalb wurde die Regel im Sachsenspiegel schriftlich festgehalten.
 
Was bedeutet die Redewendung: die Flinte ins Korn werfen
 
Die Redewendung „die Flinte ins Korn werfen“ stammt aus dem Militärwesen. Soldaten waren im 17. und 18. Jahrhundert häufig Söldner, die im Militär ihre Chance auf schnelles Geld sahen. Allerdings wollten sie für ihren Sold natürlich nicht ihr Leben geben. Bei einer erkennbaren Niederlage warfen sie daher ihre Flinte tatsächlich in die allgegenwärtigen Kornfelder und rannten davon.
 

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