Richtig zitieren

Wie Sie Quellenangaben im Text und Ihr Literaturverzeichnis richtig gestalten.
 
In wissenschaftlichen Arbeiten zwingend erforderlich und ein Muss für jeden seriösen Autor: das Zitat mit korrekter Quellenangabe. Jeder erinnert sich noch dunkel daran, wie man zitiert. Aber wissen Sie noch, wie genau eine Quellenangabe sein muss oder wie Sie korrekt aus dem Internet zitieren? Der Textertipp frischt Ihr Wissen im Handumdrehen wieder auf.
 

Richtig zitieren

 
5 Grundregeln: Einfach richtig zitieren …
 
1. Das Zitat muss als solches erkennbar sein.
Wörtliche Zitate werden in Anführungszeichen gesetzt. Beispiel: So sagte schon Albert Einstein: „Alles ist relativ.“
 
2. Zitate müssen komplett ihrem Original entsprechen.
Selbst Rechtschreibfehler in der Quelle müssen Sie genau so übernehmen. Beim indirekten Zitieren sollten Sie vor allem darauf achten, dass Sie die Grundaussage des Zitats sinngemäß wiedergeben.
 
3. Jede Änderung an einem Zitat muss gekennzeichnet sein.
Auslassungen, Ergänzungen und grammatikalische Änderungen setzen Sie in eckige Klammern. Unter Umständen fügen Sie noch die Initialen des Verfassers einer Ergänzung hinzu.
 
Beispiel: „Löwen […] zeigen durch ihr ag[g]ressives Verhalten Paarungsbereitschaft.“ [Gilt nur für afrikanische Löwen; S. G.]
 
4. Sie können Zitate auch in laufende Sätze eingliedern.
Sind dazu grammatikalische und syntaktische Änderungen am Zitat notwendig, macht man auch diese mit eckigen Klammern kenntlich. Hüten Sie sich jedoch vor allzu verkrampften Satzkonstruktionen.
 
Beispiel: Manuel Neuer war froh, „[…] keine Gegentore kassiert [zu] haben.“
 
5. Das Wichtigste zuletzt: die Quellenangabe.
Sie soll grundsätzlich Auskunft darüber geben, welchen Ursprung ein Zitat hat. Der Anspruch an die Genauigkeit der Quellenangabe hängt aber von der Art des Textes ab. Wissenschaftliche Texte verlangen besonders exakte Quellenangaben. Bei einem einfachen Motto oder sehr bekannten Zitaten genügt es bereits, wenn Sie den Urheber der Äußerung nennen.
 
Beispiel: „I am the Greatest.“ (Muhammad Ali)
 
Die bekannteste Form der Quellenangabe ist die Fußnote. Hinter dem Zitat im Fließtext verweist eine kleine Ziffer auf den ausführlichen Quellennachweis in der Fußzeile der Seite.
 
Beispiel: „Ich schaue nach vorne.“ (1)
 


(1) Muster, Peter: Der lange Weg zur Quelle. München: Piper, 2009, S. 274.
 
Auch wenn sie DAS Symbol wissenschaftlicher Texte ist, ist die Fußnote kein Muss beim Zitieren. Hier ist eine interessante Alternative:
 

Spart Platz und Zeit beim Zitieren: das Autor-Jahr-System …

 
Wesentlich schneller und einfacher belegen Sie Ihre Quellen nach der amerikanischen Zitierweise im Autor-Jahr-System. Dabei steht die Quellenangabe in Kurzform bereits im Text. Hinter dem Zitat folgen in einer Klammer Autor, Erscheinungsjahr der Quelle und Seitenzahl des zitierten Abschnitts. Der ausführliche Quellennachweis erfolgt dann im Literaturverzeichnis. So zitieren Sie knapp und korrekt.
 
Beispiele:
 
„Zitate müssen genau belegt werden“ (Mustermann 2017: 117)
„Die amerikanische Zitierweise spart Platz.“ (Musterfrau 2017: 23-24)
 
Sie können aber auch Autor-Jahr-System und Fußnote miteinander kombinieren. Die Fußnote nach dem Zitat verweist dann auf die Quellenangabe im Autor-Jahr-System in der Fußzeile. Im Literaturverzeichnis sind alle Quellen dann ausführlicher aufgeführt.
 

Richtig zitieren Sie aus dem Internet …

 
Ein ganz eigenes Thema ist das Zitieren aus Internet-Quellen. Im Gegensatz zu gedruckten Quellen bestehen hier noch keine festen Regeln. Das liegt mitunter daran, dass das Internet eine besonders schnelllebige Informations-Plattform ist. Die Inhalte mancher Webseiten ändern sich im Minutentakt. Hier fällt es schwer, ein bestimmtes Internet-Dokument per URL (Uniform Resource Locator) als genaue Quelle anzugeben. Zu Internet-Quellenangaben gehört deshalb neben der URL unbedingt das Datum, an dem Sie sich auf der Website informiert haben.
 
Durch die URLs werden Internet-Quellenangaben meist sehr lang. Im Text zitieren Sie Internet-Quellen am besten amerikanisch. Im Literaturverzeichnis folgt dann der ausführliche Textnachweis. Hier setzt sich die Quellenangabe laut Empfehlung der Dudenredaktion dann so zusammen:
 
Name, Vorname (Jahreszahl): „Titel“. URL: Angabe der URL [Stand: Datum der Abfrage].
 
Beispiel: Muster, Manfred (2016): „Muster ohne Wert“.
URL: http://www.muster.de/muster/ohne/wert.html [Stand: 25.10.2016].
 

Richtig zitieren: Im Literaturverzeichnis …

 
… folgen dann die vollständigen Quellenangaben. Wie sie auszusehen haben, regelt die DINNorm 1505. Allerdings haben viele Hochschulen in Anlehnung an die Norm eigene Richtlinien erstellt. Deshalb kommt es zumindest in der Zeichensetzung manchmal auch zu Abweichungen von der Norm. Laut Norm gehören folgende Elemente in eine Literaturangabe:
 
– Zwingend der Urheber (als Verfasser, Herausgeber, körperschaftlicher Urheber)
– Zwingend der Sachtitel
– Optional Zusatz zum Sachtitel/Untertitel
– Optional bei mehrbändigen Quellen: Bandangabe und Bandsachtitel
– Zwingend die Auflage (ab der 2.)
– Zwingend alle Erscheinungsvermerke: Erscheinungsort (nur der erste), Verlag (nur der erste), Erscheinungsjahr
– Optional: ISBN
 
Name, Vorname: Titel. Auflage. Ort: Verlag, Jahr.
 
Beispiel:
Gottschling, Stefan: Texten! Das So-geht’s-Buch®. Augsburg: SGV Verlag, 2013.
oder
Gottschling, Stefan: Lexikon der Wortwelten. Das So-geht’s-Buch® für bildhaftes Schreiben. Augsburg: SGV Verlag, 4., überarbeitete und erweiterte Auflage, 2015.
 
Der Textertipp zum Download: Zitieren: So geht’s …
 

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