Regeln für Bildsprache

 

Warum Bildersprache viel Fingerspitzengefühl erfordert

 
Wenn der Film im Kopfkino Ihres Lesers nun „anläuft“, sollten Sie jedoch auch ein paar Regeln für Bildsprache beachten. So schön diese sprachlichen Bildwelten sind: Sie sind gleichzeitig mit Vorsicht zu genießen. Wer solche Kulissen für seine Produkt-Inszenierung nutzt, braucht viel Fingerspitzengefühl. Allzu schnell wird aus starken Sprachbildern bemühte „Wortturnerei“, unfreiwillige Komik oder man fällt auf einige ganz typische Fehlerteufel herein. Hier sind vier Regeln, die Sie davor schützen.
 

Bildsprache

Regel Nr. 1: Bilder müssen stimmig sein!

 
Hüten Sie sich vor Bildfehlern im Kopfkino der Leser. Und die entstehen, wenn ein Text schiefe oder unstimmige Bilder aufbaut. Wenn „die rechte Hand des Kommandeurs über den Hof geht“ hat der Kommandeur hoffentlich noch alle Gliedmaßen bei sich und nur seinen Adjutanten geschickt.
 
Ein weiteres Beispiel: „Wir trafen den Kopf der Expedition am Fuße des Berges.“ Na hoffentlich sitzt der Kopf noch auf dem Hals und ist nicht runtergerollt! Solche Bilder bieten sehr viel Komik – doch oftmals ist die gar nicht gewollt!
 
Doch es geht auch anders herum: „Als meine Frau und ich im Hafen der Ehe ankerten, begannen die Wellen plötzlich sehr hoch zu schlagen.“ Dass es in einer Ehe auch mal kriseln kann, ist bekannt. In diesem Fall passt das Bild also – es ist stimmig und bringt keine komischen Bilder hervor.
 

Regel Nr. 2: Bleiben Sie in einer Welt!

 
Eine eiserne Regel: Mischen Sie nicht. Zu viele Wort-Bild-Welten im Text richten ein heilloses Durcheinander im Kopf des Lesers an. So können Sie nicht „mit Volldampf Richtung sicheren Hafen steuern, um an die Poleposition zu kommen“, denn die Wortwelten Seefahrt und Motorsport passen nicht zusammen. Ganz besonders gilt das, wenn unterschiedliche Welten in einem Satz auftauchen.
 
„Er stieg in den Ring und vergeigte gleich den Anstoß. Der Schuss ging nach hinten los!“ Auch wenn sich die beiden Sätze reimen, ist das ein einziges, großes Chaos. So soll es nicht sein! So verwirren Sie den Leser, denn: Jetzt stellt er sich einen Boxer vor, der in den Ring steigt – aber mit einer Geige und Fußballschuhen! Und zum Schluss schießt er noch in die falsche Richtung. Sie merken also schon, wie wichtig es ist in einer Welt zu bleiben. Nur so kommen Ihre Bilder an.
 

Regel Nr. 3: Halten Sie Bilder nicht zu lange!

 
Wer erst einmal den Einstieg in eine Wortwelt gefunden hat, stößt schnell auf viele neue Wortspiele und gewitzte Formulierungen. Aber Achtung! Besonders für den Verkaufstext gilt: Gehen Sie sparsam mit Metaphern um! Zu viele davon und Ihr Text wird zu poetisch. Eine Faustregel: Wenn ein Satz mit Metapher geschrieben wurde, sollte ein Satz ohne Metapher folgen.
 
Tauchen Sie nämlich zu tief in eine solche Welt ein, liegt der Fokus irgendwann nicht mehr auf Ihrem Produkt. Und das wollen Sie doch bewerben! Also: Setzen Sie Metaphern und Bilder wohl überlegt ein. So gelingt es Ihnen Ihren Leser zu fesseln und Ihr Produkt in ein gutes Licht zu rücken.
 

Regel Nr. 4: Konstruieren Sie nicht mit Gewalt!

 
Manchmal scheint eine Wortwelt beim Schreiben zum Greifen nahe – aber wir erreichen sie nicht. Versuchen Sie nicht zwanghaft eine Wortwelt zu konstruieren. So etwas ist von vornherein zum Scheitern verurteilt – und wirkt durch schiefe Bilder eher peinlich. Die Grundlage verständlicher Texte sind Botschaften, die mit einfachen Worten und im Klartext vermittelt werden. Wenn dies unterstützt mit starken Sprachbildern gelingt: hervorragend. Wenn nicht, bleibt für den Texter immer noch die Verpflichtung im Kopf des Lesers anzukommen.
 
Verwenden Sie also einfache und klare Sprache, die Ihr Leser auch versteht. Auch ohne Bilder können Sie ihm eine Botschaft nahebringen. Denn: Gezwungene Bilder wirken abschreckend! Der Leser merkt einfach dass etwas nicht stimmig ist. Zu sehr gewollt und doch nix geworden. Daher: Lassen Sie die Bilder einfach zu sich kommen.

 

 
Hier gibt’s den Tipp zu den Bildsprach-Regeln zum Download …
 
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