Lesevorgang Text: Was uns ins Auge fällt und was nicht …

 
Wie wir Texte mit den Augen aufnehmen und ein kurzer Ausflug zu den Wortmonstern unserer Sprache. Wie funktioniert eigentlich der „Lesevorgang Text“? Verblüffenderweise stellen sich viele Menschen den Lesevorgang als ein „buchstabenweises Entschlüsseln“ vor. Wort für Wort, Zeile für Zeile zieht das Auge durch den Text …
 

Lesevorgang Text

 
Ganz falsch! Denn geübte Leser entziffern selten Buchstabe für Buchstabe. Das ist nur bei unbekannten Wörtern üblich. Das Auge gleitet beim Lesen nicht kontinuierlich über die Zeilen, sondern es „springt“ und hält an bestimmten Punkten an. Wichtig für unseren Text: Wer weiß, wie sich das Auge durch eine Zeile bewegt, erhält wertvolle Rückschlüsse für den Umgang mit Wortmonstern.
 

Lesevorgang Text: Augenhaltepunkte

 
Im Schnitt dauert ein solcher Augenhaltepunkt („Fixation“ ist das Fachwort) gerade einmal 2/10 Sekunden, ein Augensprung 2/100 bis 5/100 Sekunden. Dabei gilt eine weitere Einschränkung: Unsere Netzhaut kann nur in einem Bereich von ca. zwei Grad um die Sehachse scharf sehen. Der Umfang einer Fixation entspricht bei normalem Leseabstand also einem Kreis von 2 bis 3 cm Durchmesser.
 
Außerhalb des Fixationsbereichs nimmt das Auge nur grobe Merkmale der Schrift wahr, die (unscharf) auf die Randzone der Netzhaut fallen. Diese Informationen reichen jedoch aus, um
eine (unbewusste) Entscheidung über das nächste Sprungziel der Augen zu treffen. Dabei sind Großbuchstaben, Ober- und Unterlängen, Wortzwischenräume und Wortlängen wichtige Anhaltspunkte.
 

Lesevorgang: Geübter Leser vs. ungeübter Leser

 
Bei geübten Lesern oder beim Lesen eines einfachen Textes „springt“ das Auge gleichmäßig über die Zeile. Insgesamt stellt man nur wenige Rücksprünge (zur Vergewisserung) fest. Viele Wörter werden ganzheitlich erfasst oder aus wahrgenommenen Teilen zum vollständigen Wort rekonstruiert. Ungeübte Leser bzw. schwierige Texte benötigen mehr Fixationen und Rücksprünge bei der Auswertung eines Textes.
 


Lesevorgang Text: geübter Leser
 
Fixationen eines geübten Lesers: Das Auge „springt“ zügig über die Zeile


 
 Lesevorgang Text: ungeübter Leser
 
Fixationen eines ungeübten Lesers: Kürzere Sprünge, d.h. weniger Worte pro Fixation und Irritationen wie Rücksprünge (zur Vergewisserung), Abschweifungen.


 

Tipps für Ihre Texte …

Ganz klar, dass Worte wie „Automobilzuliefererkonferenz“, „Tapeziertischoberfläche“ oder „Eröffnungsgutschein“ nicht mehr ganzheitlich erfasst werden können. Sie sind zu lang. Wir
brauchen zur Auswertung mehrere Augenhaltepunkte und die müssen, soll’s schnell verständlich sein, auch noch Sinneinheiten liefern.
 
Tipp Nr. 1:
 
Machen Sie Ihre Texte also schneller. Verkleinern Sie Wortmonster! Trennen Sie per Bindestrich oder formulieren Sie neu! Liefern Sie Sinneinheiten und geben Sie dem Auge des Lesers das nächste Sprungziel vor: Aus „Automobilzuliefererkonferenz“ wird die „Konferenz der Automobil-Zulieferer“ und die „Tapeziertisch-Oberfläche“ ist schneller ausgewertet als „Tapeziertischoberfläche“.
 
Tipp Nr. 2:
 
„Gutes“ soll Ihrem Leser sofort „ins Auge fallen“! Ihr „Eröffnungsgutschein“ zeigt als „Eröffnungs-Gutschein“ gleich, was in ihm steckt.
 
Also:
Eröffnungs-Gutschein statt Eröffnungsgutschein.
Begrüßungs-Scheckheft statt Begrüßungsscheckheft.

 
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