Typografie im Web: Das Auge liest mit …

 
Wie wichtig der Webauftritt eines Unternehmens ist, ist inzwischen jedem bekannt. Ein großer Teil des Marketings findet im Internet statt. Daher ist es wesentlich, dass die Website Ihres Unternehmens seriös und zeitgemäß wirkt – und das auf den ersten Blick! Doch um das zu gewährleisten, sollten Sie einige Faktoren beachten …
 

Typografie im Web

 

Typografie im Web: Lesbarkeit

 
Zu den ersten Dingen, die Sie auch bei der Typografie im Web in Betracht ziehen müssen, gehört die Lesbarkeit. Kann die Schrift, die Sie für Ihre Website auswählen problemlos gelesen werden oder stört sie den Lesefluss? Unter dem Argument der Lesbarkeit hält sich hartnäckig der Mythos, dass Schriften mit Serifen bei weitem schlechter lesbar im Web seien – ganz im Gegensatz zu den Grotesken. Deshalb ist Verdana auch eine so häufig gewählte Schriftart auf Websites und man begegnet ihr immer wieder. Doch stimmt das überhaupt?
 

Schriftarten online: Serife oder Groteske?

 
Die Antwort ist: nein. Eine Studie von Martin Liebig aus dem Jahr 2009 hat diese Behauptung mit über 3000 Menschen überprüft – und sie findet keinen Halt! Liebig testete 12 Schriftarten im Vergleich:
 
Acht Groteske:
Arial
Calibri
Candara
Corbel
Segoe UI
Tahoma
Trebuchet MS
Verdana

 
Und vier Serife:
Cambria
Constantia
Georgia
Times New Roman

 
Wieso gerade diese Schriftarten? Weil sie die am häufigsten verwendeten sind und auf mehr als 90% der Empfangsrechner zu finden sind. Und die Studie zeigte deutlich, dass sich die Schriften in Punkto Lesbarkeit fast überhaupt nicht unterscheiden. Zwischen der „besten“ und „schlechtesten“ Schrift liegt eine Differenz von 3,9% und ist damit nicht ausschlaggebend.
 

„Objektive Lesbarkeit“ vs. „Look and Feel“

 
Wir haben bereits festgestellt, dass die objektive Lesbarkeit eine weitaus geringere Rolle spielt, als erwartet – weil alle Fonts problemlos gelesen werden können. Deshalb sollten Sie auf das Gefühl, das die Schriftart beim Leser weckt, ein Augenmerk legen. Auch diese Faktoren wurden in Liebigs Studie getestet: Gibt es Schriftarten, die für bestimmte Themen eher geeignet sind als andere? Um es kurz zu fassen: Ja. Welche Schriften welche Themen besser zum Ausdruck bringen, sieht wie folgt aus:
 
Serife Schriften sind in der Mehrheit eher unbeliebt. Aber: Sie sollten Sie bei schwierigeren, ernsthaften Inhalte trotzdem zumindest in Erwägung ziehen. Sie vermitteln Seriosität und Glaubwürdigkeit. Die Thematiken Kultur und Politik fallen unter diese Rubrik. Serifen sind alteingesessen in diesen Bereichen und deswegen sind sie auch noch so weit akzeptiert bei den Lesern.
 
Groteske Schriften wurden von den Lesern für leichter verdaubare Thematiken als angemessen befunden. Also: Sport, Klatsch und Tratsch, Lifestyle und Mode, aber auch Börse. Es fällt auf, dass es sich dabei um eher moderne Stoffe handelt.
 

Formales, auf das Sie dennoch achten sollten …

 
Auch wenn die Wahl einer Serifen oder Grotesken Schriftart die objektive Lesbarkeit nicht beeinflussen, Schriftgröße und Zeilenabstände tun es (bedingt).
 
Darum: Die Schriftgröße auf Ihrer Website sollte mindestens eine x-Höhe von 7 Pixeln haben. Ist sie kleiner, wird sie wesentlich schlechter gelesen. Sollte sie größer ausfallen, hat das keinen bestimmten Einfluss auf die Leseleistung mehr. Also gilt auch hier wieder: Sie können die Schriftgröße so wählen, wie es Ihnen ästhetisch und sinnvoll erscheint, solange sie nicht unter eine x-Höhe von 7 Pixeln fällt.
 
Achtung: Der Zeilenabstand hat ebenfalls, einen großen Einfluss auf die Lesbarkeit. Dabei wird er am meisten unterschätzt und vernachlässigt. Liebigs Studie ergab, dass der Zeilenabstand mindestens das 2,5-fache der x-Höhe der ausgewählten Schrift betragen soll. Zum Beispiel wäre das bei Verdana mit 12 Pixeln ein Zeilenabstand von 17 bis 18 Pixeln – die Browser-Standarteinstellung hat aber nur 14 Pixel.
 

Das wahre emotionale Potenzial der Typografie im Web

 
Oftmals wird von Ratgebern behauptet, dass es sich bei der Typografie im Web um harte Fakten handle. Liebigs Studie hat aber bewiesen: Dem ist nicht so! Die eigentliche Herausforderung ist deswegen, die richtige Font für ihren Kontext zu finden. Das heißt: Schrift ist eine emotionale Komponente, die helfen kann Ihre Botschaft authentischer rüber zu bringen. Dafür gibt es aber keine messbaren Parameter. Daher müssen Sie eher auf Ihre Zielgruppe und Ihr Produkt schauen. Und ein wenig Bauchgefühl, kann oftmals weiterhelfen.
 

Web-Typografie im Wandel

 
Die Studie ist ja inzwischen auch schon ein paar Tage alt. Liebig hat aus dem Grund nur diese Schriftarten getestet, da zu diesem Zeitpunkt in der Schriftgestaltung von Websites auch nur eine Handvoll von Schriftarten verfügbar waren. Das Kriterium war, dass die Schrift auf einer großen Mehrheit von Rechnern vorinstalliert sein musste, damit man sie auch für möglichst alle Formatieren konnte. Denn sie mussten vom Computer in den Browser geladen werden.
 
Inzwischen hat sich die Situation glücklicherweise etwas weiterentwickelt: mittlerweile können Schriftarten auch über CSS mit dem Befehl @font-face eingebunden werden. Damit werden verwendete Fonts von einem Webserver geladen und dann im Browser dargestellt. Das bedeutet: man ist nicht mehr auf diese vorinstallierten Schriften angewiesen! Damit wird auch eine durchgängige und einheitliche Corporate Identity erleichtert – Web und Print können jetzt problemlos aufeinander abgestimmt werden.
 

Klassisch oder ausgefallen?

 
Zum Schluss lässt sich zu Typografie im Web sagen, dass bestimmt nichts verkehrt daran ist, sich an die klassisch bewährten Fonts zu halten. Es gibt ein paar Variationen unter ihnen, aber im Großen und Ganzen kennen wir sie schon alle. Darum: Sie können auch mal was Neues ausprobieren! Solange es zu Ihrem Image, Ihrer Corporate Identity, Ihrer Thematik und dem Produkt passt, nicht zu ausgefallen und immer noch gut lesbar ist, tut ein wenig Varianz im Internet auch mal gut! Denn was die Studie auch hervorgebracht hat ist, dass Leser nicht gleich von neuen und unbekannteren Schriftarten abgeschreckt werden.
 
Um Ihre Texte noch besser zu Formatieren und Strukturieren, können Sie auch Schriftarten und Schriftgrößen miteinander kombinieren. Dabei gilt aber: Die Fonts sollten sich nicht zu ähnlich sein, aber auch nicht zu weit voneinander entfernt. Ähnlich verhält es sich auch mit der Schriftgröße: Headlines können gerne etwas größer als der restliche Text und gefettet sein, sollten aber nicht zu groß werden.
 
 
Hier gibt’s den Textertipp zum Download.
 
 

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