Spannende Teaser: Machen Sie Ihre Leser zu Weiterlesern …

 
Neugierig machen, das sollen Teaser vor allem. Das zumindest denkt man zuerst, wenn man an die kurzen Absätze zu Beginn von Texten denkt. Und es stimmt. Aber das ist nur eins der Motive, die ein Teaser erfüllen muss, damit Leser zu Weiterlesern werden. Welche Motive Sie mit Ihren Teasern unbedingt bedienen sollten, damit es spannende Teaser werden und Sie Ihre Leser in den Text ziehen, das erfahren Sie in diesem Textertipp. Außerdem mit dabei: Welche verschiedenen Typen von Teasern gibt es überhaupt? Gleich weiterlesen …
 

Spannende Teaser

 
Auf einen Blick:
Teaser und die Motive der Informationsaufnahme
Der journalistische Anschreiber: die Antwort auf die W-Fragen
Der werbliche Anreißer: Appetithappen für mehr
 

Ein Teaser soll genau das erreichen, was Sie gerade tun: Er soll den Leser mit wenigen Informationen zum Lesen des nachfolgenden Textes bewegen. Während Sie diesen Satz lesen, hat er seine Funktion somit bereits erfüllt.
 
Wie wichtig ein Teaser für den Text ist, zeigt das Internet: Hier werben viele Anreißer um die Gunst des Lesers – und alle möchten den Klick auf „Weiter“ auslösen. Doch nicht alle stoßen auf Leseinteresse. Zwar liegen zwischen Leselust und Lesefrust oft nur Kleinigkeiten, es sind aber entscheidende. Doch was genau macht gute Teaser aus? Wie schaffen sie es, mitzureißen und zum Weiterlesen zu bewegen?
 

Teaser und die Motive der Informationsaufnahme

 
Ein Anreißer soll das Problem lösen, mit dem Texter schon immer zu kämpfen hatten: die Schwierigkeit, Neugier auf Texte zu wecken. Denn ein Leser stellt sich beim Überfliegen eines Textes immer die Frage: Warum soll ich mich mit den folgenden Informationen
beschäftigen?
 
Die Antwort versucht der Teaser zu liefern. Dazu bedient er sich einiger psychologischer Kniffe. Grundsätzlich gibt es fünf Motive, die einen Leser dazu bewegen, sich mit einer Information zu beschäftigen. An diesen sollte sich Ihr Teaser orientieren:
 
1. Neugier: Ihr Leser muss unbedingt wissen wollen, wie es weitergeht!
 
2. Angst: Gemeint ist die Angst, etwas zu versäumen oder eine wichtige Information nicht zu kennen.
 
3. Etwas Bekanntes: Kann Ihr Leser die Informationen mit etwas Bekanntem verknüpfen? Gibt es ein Schlüsselelement?
 
4. Etwas Nützliches: Erwähnen Sie einen Vorteil, der zum Weiterlesen motiviert. Wecken Sie Begehrlichkeiten.
 
5. Eine schnelle Information: Je kürzer die Information, desto schneller ist Ihr Teaser. Halten Sie Ihren Teaser deshalb bewusst kurz. Als Faustregel empfehle ich Ihnen 160 – 350 Zeichen.
 
Grundsätzlich haben Sie zwei Möglichkeiten, diese Motive in einen Teaser einzubauen, durch den journalistischen Anschreiber und durch den werblichen Anreißer.
 

Der journalistische Anschreiber: die Antwort auf die W-Fragen

 
Beispiel:
 
SPD erwägt neues Koalitionsmodell: „KoKo“ statt „GroKo“
Nach den geplatzten Jamaika-Sondierungen hat sich die SPD bei ihrem Parteitag mühsam in Berlin zu ergebnisoffenen Gesprächen mit der Union durchgerungen. Nun wollen sich Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Martin Schulz zu ersten Verhandlungen treffen. Es werden zähe Gespräche erwartet.

(Quelle: http://www.focus.de/politik/deutschland/koalitionssuche-im-news-ticker-spd-erwaegt-neues-koalitionsmodell-koko_id_7969285.html)
 
Der journalistische Anschreiber ist in seiner Art zurückhaltend. Er ist nicht so reißerisch wie sein werblicher Bruder und reizt durch die Kurzmeldung selbst zum Weiterlesen. Er eignet sich deshalb besonders für Texte mit hohem Nachrichtenwert. Diese bauen Sie einfach um die W-Fragen herum auf.
 
Deshalb versucht der journalistische Anschreiber möglichst die vollständige Nachricht in Kurzform darzustellen. Sein Ziel: Themeninteresse wecken. Orientieren Sie sich bei diesem Teaser also an den klassischen W-Fragen:
 
1. Wer? / Was? / Wo?
2. Wann? / Wie? / Warum?
3. Wen betrifft das? / Wie lange? / Welche Folgen?
 
Selten beantwortet ein journalistischer Anschreiber alle W-Fragen. Meist werden nur die wichtigsten und die ersten fünf der obigen Reihenfolge thematisiert. Je nach Nachrichtenwert und Fülle der Neuigkeit reicht das aber aus, um dem Leser schon eine schnelle Zusammenfassung anzubieten. So kann er dann schnell herausfiltern, welche Artikel interessant sind, um sich dann der vollständigen Meldung zu widmen.
 
Aber mehr und mehr vermischen sich journalistischer Anschreiber und werblicher Teaser. Nicht immer wird dann das gesamte Ereignis in Kurzform präsentiert. Wer wissen möchte, was geschah, muss klicken. Das hat immer noch den Anschein von seriösen und ungetrübten Informationen, bringt aber einen Schuss Aktivierung in den Anschreiber.
 

Der werbliche Anreißer: Appetithappen für mehr

 
Beispiel:
 
Ihr Textentwurf steht? Der erste Schritt ist getan? Jetzt geht es an den Feinschliff. Und hier kommen die 10 Tipps für bessere Texte ins Spiel. Zusammengefasst in einem einfachen Baukasten …
 
Der werbliche Teaser funktioniert nach einer anderen Logik: Während der journalistische Anschreiber eine kurze Zusammenfassung des Langtextes liefert, lässt der Anreißer den
Leser noch kurzzeitig im Dunklen. Hier verraten Sie noch nicht alles, bestimmte Teilinformationen halten Sie bewusst zurück. So reizen Sie Ihren Leser und bauen Spannung und Motivation auf. Er muss klicken, um seiner Neugier nachzukommen. Denn nur der weitere Text liefert ihm die Antwort auf seine Frage.
 
Spannung und Neugier können Sie auf drei Arten erzeugen:
 
In meinen Seminaren empfehle ich meinen Teilnehmern, den Teaser mit einer Frage enden zu lassen. Mit der Neugier und der Angst, etwas zu verpassen, zwingen Sie Ihren Leser förmlich zur gewünschten Aktion.
 
Beispiel: TFT-Monitore sind oft breit wie ein Fernseher, aber welche Geräte sind die besten?
 
Was auch funktioniert: das übertriebene Statement am Ende Ihres Teasers. Reizen Sie Ihren Leser ein Stück weit, indem Sie den letzten Satz des Anreißers bewusst dramatisieren.
 
Beispiel: Damit brutto auch netto ist!
 
Ihr Textertipp zum Download.
 
 

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