Textertipp: Bildhaft schreiben

 

Substantive mit Bildpower

 
Das Ziel eines Texters: Bilder malen im Kopf der Leser. Auch Ihr Werkzeug ist – neben der Tastatur – der Stift. Wie bei anderen Künstlern eben auch. Benutzen Sie ihn, um die Farben der Worte über das innere Auge in das Gedächtnis des Publikums zu bringen. Ihr Produkt steht dabei im Vordergrund – der Text bietet die perfekte Leinwand mit einem wunderschönen Hintergrund dafür. Mit den richtigen Worten verleihen Sie dem Bild die notwendige Tiefe, um zu überzeugen.
 

Bildhaft schreiben

 

Sich wohlfühlen in der Wellness-Oase der Wörter …

 
Hauptwörter: Erlaubt ist, was wir sehen, hören und fühlen. Substantive aktivieren unsere Sinne unterschiedlich stark. Für Ihren Verkaufstext muss ein Wort eine Minimalvoraussetzung erfüllen: Soll Ihr Text ankommen, muss Ihr Leser es sehen, d. h. auf einen Blick erkennen. Das ist wahrscheinlich bei „Rasenmäher“ oder „Whirlpool“ der Fall. Aber auch bei “Einspeisevergütungs-verordnung“? Bildhaft schreiben heißt die Devise.
 

Los geht’s: Wort-Sport!

 
Mit Verben bringen wir Bewegung in den Text, füllen ihn mit Leben. Nun ist der Kopf des Lesers jedoch viel mehr als ein Kino, in dem nur ein Stummfilm läuft. Selbstverständlich steuert jeder von uns sein eigenes Seh-, Hör-, Schmeck-, Tast- und Geruchskino. Deshalb fassen wir unter „bildhafte Substantive“ hier auch alle Hauptwörter zusammen, die Eindrücke unserer fünf Sinne wiedergeben. Was wir sehen, hören, riechen, schmecken oder anfassen, entsteht vor unseren Augen. Wenn wir es benennen, rufen wir das passende Bild dazu ab.
 
Aber verausgaben Sie sich nicht zu sehr! Denn bei zu viel Wortakrobatik können ungewollt komische Bilder entstehen:
 
„Hautfreund: Das neue Reinigungsgel ist sanft und ausschlaggebend für gesunde, reine Haut.“
 
Ausschlag gebend? Nicht ganz passend … Da hat sich wohl jemand zu sehr abgemüht um ein Bild zu erschaffen – diese Botschaft dürfte eher nach hinten los gehen.
 

Wortwelten für großes Kino

 
Eine weitere Möglichkeit, wie Sie ganz einfach Bilder für den Leser malen: Verwenden Sie Wortwelten! Wortwelten leben von Metaphern, Sprachbildern, Sprichwörtern und Redensarten. Wenn Sie diese gut einsetzen, geht der Projektor im Kopfkino sicher los. Versprochen! Aber Vorsicht: bleiben Sie in einer Welt, sonst verwirren Sie den Leser und Ihre Bilder werden unstimmig.
 
„Ich steuerte mit Volldampf in Richtung des sicheren Hafens, um an die Pole-Position zu kommen.“
 
Das passt nicht. Sie können die verschiedenen Wortwelten nicht so einfach vermischen, sonst entsteht ein wahres Bilder-Chaos. Der Leser ist verwirrt und in seinem Kopf herrscht ein heilloses Durcheinander bei zuviel verschiedenen Bildern. Aber selbst wenn Sie in einer Wortwelt bleiben, sollten Sie den Text nicht überladen. Auch hier kann wieder unfreiwillige Komik aufkommen.
 
„Wir trafen den Kopf der Expedition am Fuße des Berges.“
 
Auch wenn beide Bilder aus der Welt der menschlichen Anatomie stammen, ist das Bild merkwürdig. Manchmal ist eben weniger mehr. Deshalb: Erzwingen Sie keine Bilder, wo keine passen oder Sie keine finden. Ansonsten wird’s vielleicht peinlich und wirkt überladen.
 

Bildhaft schreiben: Mit konkreten Bildern die Kontrolle behalten …

 
Der Mensch reagiert auf Bilder mit Assoziationen. Das bedeutet für Sie: Wenn Sie das Kopfkino des Lesers anregen, läuft bei jedem ein anderer Film. Denn jeder Mensch hat eigene Erfahrungen gesammelt und unterschiedliche Dinge erlebt. Ihr Ziel ist es, positive Assoziationsketten hervorzurufen und Ihr Produkt in ein gutes Licht zu rücken. Daher ist es wichtig, dass Sie die Kontrolle über den Film haben.
 
Selbstverständlich kommt auch hier unsere Vorerfahrung mit zum Zug. Das Wörtchen „Turm“ löst bei fast allen Lesern ein anderes Bild eines bestimmten Turms aus. Und sollte es derselbe Turm sein, so ist es vielleicht eine andere Perspektive. Zeichnen Sie also möglichst konkret: „Fernsehturm“, „Wasserturm“, „Sprungturm“ führen unser Gehirn auf unterschiedliche Spuren und wecken unterschiedliche Emotionen. So stellen Sie sicher, dass das, was der Leser sieht, zu dem passt, was Sie ihm zeigen wollen.
 

Die Zielgruppe kennen – gekonnt texten

 
Doch achten Sie darauf, dass Ihre Zielgruppe ein Bild noch versteht. Das gilt ganz besonders bei der Verwendung von Fachbegriffen in Ihrem Verkaufstext. Was in Ihrem Unternehmen gang und gäbe ist, muss Ihrem Leser noch lange nicht bekannt sein. Selbstverständlich sind in bestimmten Branchen Fachbegriffe notwendig. Die aber muss Ihr Leser mühelos verstehen.
 
Sind Sie beispielsweise ein angesehener Michelin-Koch, Ihr Restaurant hat bereits mehrere Sterne erhalten und Sie sprechen zu wahren Feinschmeckern: Zeigen Sie Ihre Erfahrung und Ihr Wissen, indem Sie ein angemessenes Vokabular verwenden. Sprechen Sie von den hors d’oeuvre, den amuse bouche und amuse geule, weiß Ihr Publikum sofort, dass Sie der Profi sind! Da machen Sie sich bei Ihrer Zielgruppe eher lächerlich wenn Sie von „einer Art französischer Vorspeise“ und „Mundfreuden“ oder „Gruß aus der Küche“ sprechen.
 

Oder doch zum Herzen sprechen?

 
Nicht alles können wir sehen, fassen oder riechen. Trotzdem können wir es erleben. Deshalb spricht man von bildnahen Substantiven bei „Liebe“, „Trauer“, „Neid“, „Glück“. Bei allen Gefühlen, die wir erleben, die wir nachvollziehen können. Das Wort „Liebe“ löst etwas aus. „Hass“ bringt uns konkrete Bilder vor das Auge.

 
Hier gibt’s den Tipp zum bildhaften Schreiben zum Download …
 
 
Tipp: Noch mehr Bildpower und Tipps zum „Bildhaft schreiben“ finden Sie im Standardwerk
„Lexikon der Wortwelten“ im SGV Verlag Online-Shop.

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