Texten und Fußball: Ihr Text – Europameister

 
Texten und FußballMit Beginn der EM 2016 rollt der Ball wieder. Und damit schießen Texte zum Thema Fußball aus dem Boden. Denn: Werbetexte spiegeln natürlich die Wirklichkeit wider. Und die dreht sich in den nächsten Wochen eben um Tore, Bälle und die EM in Frankreich. Unser Stichwort heißt: Fußball-Metaphern – Sprachbilder zum Thema, die Textern und Journalisten perfekte Steilvorlagen für ihre Texte liefern. So werden Waschmaschinen zu „Volltreffern“, und kein Produkt bleibt „im Abseits“ stehen. Der Textertipp entführt Sie heute auf den Fußballrasen. Anpfiff!
 

Texten und Fußball: Vorsicht, nicht verdribbeln!

 
König Fußball regiert die Welt, heißt es. Das ist vielleicht etwas übertrieben. Trotzdem: Sprachbilder rund um das Leder beherrschen unseren Sprachgebrauch deutlich. Spieler und Trainer benutzen sie. Klar. Aber auch in der Unternehmens-Kommunikation tauchen sie immer wieder auf. „Am Ball bleiben“ heißt hier die Devise. Oder man spielt dem Kollegen „den Ball zu“. Texten und Fußball: verknüpft, wo man auch hinschaut.
 
Wenn Sie sie bewusst einsetzen, punkten Ihre Texte sicher. Aber übertreiben Sie’s nicht. Sonst verdribbeln Sie sich vielleicht, schießen ein Eigentor oder verlieren mit dem Ball den roten Faden. Und dann kann es passieren, dass unfreiwillige Komik entsteht: Bildfehler und Wortverdreher als Steilvorlagen für Lacher sozusagen. Beispiel gefällig? Wenn „die Iren im Moment Hochwasser haben“, ist damit nicht gemeint, dass Flüsse das Land überschwemmen. Gemeint hatte der Sprecher „Oberwasser“ im Sinne einer momentanen Überlegenheit. Doch der kleine Patzer koppelte im Kopfkino der Zuhörer die irische Nationalmannschaft nun mit einer Überschwemmung. Falscher Film – verwirrte oder erheiterte Zuhörer.
 

Weniger ist mehr: Halbzeitpause fürs Kopfkino!

 
Wer nach gekonnter Steilvorlage losstürmt, trotz eines gemeinen Fouls der Kollegen am Ball bleibt, sich dann aber doch noch verdribbelt und in die Verlängerung gehen muss, hat es
geschafft: Das Kopfkino des Lesers ist komplett überreizt. Wie bei anderen Stilmitteln gilt auch bei Metaphern und Wortwelten: Weniger ist mehr. Wer sie gezielt einsetzt, gewinnt! Also: Gönnen Sie Ihren Lesern zwischendurch eine Pause von der Bilderflut. In manchen Redaktionen gibt es sogar die Vorgabe, dass auf einen Satz mit Metapher ein Satz ohne
Metapher folgen muss.
 

So nah und doch so weit: Fußball ist wie Schach – nur ohne Würfel (Lukas Podolski)

 
Manchmal scheinen Wortwelten beim Schreiben zum Greifen nahe. Allerdings sind hier Vorsicht und Fingerspitzengefühl geboten. Denn auch kunterbunt zusammengewürfelte Wortwelten enden oft in schiefen Bildern. Und das klingt dann eher peinlich als nach hoher Texterkunst. Was passiert, wenn man Wortwelten mischt, demonstriert das folgende Zitat von Ex-Profi Alexander Strehmel: „Gerade in einem Spiel, in dem die Nerven blank liegen, muss man sein wahres Gesicht zeigen und die Hosen runterlassen.“ Blank liegende Nerven und runtergelassene Hosen entstammen zwei verschiedenen Wortfeldern. Eigentlich ist zwar klar, was gemeint ist. Aber im Kopfkino werden die gemischten Wortwelten zur Komödie. Ungewollte Lacher garantiert!
 
Deshalb: Mischen Sie Wortwelten lieber nicht – und konstruieren Sie keine Bilder „um jeden Preis“. So etwas ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Grundlage verständlicher Texte bleiben immer noch Botschaften, die Sie Ihrem Leser mit einfachen Worten und im Klartext vermitteln. Wenn Sie dabei mit starken Sprachbildern unterstützen können: perfekt. Wenn nicht, müssen Sie auf andere Weise im Kopf und im Herzen Ihrer Leser ankommen. Mit spannenden Sprachbildern klappt’s dann vielleicht beim nächsten Text wieder besser.
 

Einfach einwechseln: Fußball-Metaphern

 
Damit Sie für die kommenden Wochen gerüstet sind, habe ich Ihnen hier einige Metaphern aus der Wortwelt „Fußball“ für Sie zusammengestellt. Einfach einwechseln! So trimmen Sie Ihre Texte auf Höchstleistung …
 


jmdm. die rote Karte zeigen
im Mittelfeld versinken
Heimspiel haben
in die Verlängerung gehen
mit Köpfchen spielen
sich verdribbeln
jmdn. vom Platz fegen
am Ball bleiben
ein Eigentor schießen
jmdm. dicht auf den Hacken sein
Doppelpass
auf der Ersatzbank sitzen
einen Volltreffer landen
ein Nachspiel haben
den Ball flach halten
sich gegenseitig die Bälle zuspielen

 

Damit’s genau passt: Dosieranleitung „Wortwelten“

 
Wie schon gesagt: Verwenden Sie Wortwelten sparsam. Und wenn Sie sie einsetzen, dann so, dass sie die größtmögliche Wirkung erreichen. Wer zum Beispiel mit starken Bildern einer Wortwelt in seinen Text eingestiegen ist, kann ein Bild dieser Wortwelt optimal dazu nutzen, seinen Text abzurunden.
 

Wortwelten eignen sich besonders …

  • für Anschreiber, Headlines und um an ein Thema heranzuführen.
  • am Ende eines längeren Textes, um an Ihr Einstiegsbild derselben Wortwelt anzuknüpfen und den Text abzurunden.
  • um ein Oberthema abzustecken. So heißt zur Wahlzeit der Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters „Logbuch“. Die Wortwelt „Seefahrt“ passt hier perfekt in Einführung, Überschriften und Anschreiber.
  • als spannende Ergänzung zu den Bildern einer Broschüre oder eines Prospekts.

 
 
Textertipp-Download:Texten und Fußball
 

Abpfiff! Verlängerung …

 
Ihr heutiger Textertipp ist damit vorbei. Aber es geht in die Verlängerung. Denn im Texterclub auf Facebook gibt’s ständig neue Infos zum Thema Text – und Wortwelten kommen hier natürlich auch immer wieder zum Zug. Genügt nicht? Kein Problem: In meinen Büchern lesen Sie noch mehr zum Thema. Und jede Menge weitere Wortwelten, Sprachbilder und Metaphern finden Sie in meinem „Lexikon der Wortwelten“. Also: Bleiben Sie am Ball! PS: Mehr Infos zum Buch und einige Leseproben finden Sie unter www.sgv-verlag.de/sgvshop

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