Informativen Text schreiben

 
Heutige Aufgabe des Chefs: Thema XY – Sie sollen einen informativen Text schreiben. Reaktion: Viele Fragezeichen im Kopf des Mitarbeiters. Was genau ist das eigentlich? Und wie schreibt man informativ? Was muss beachtet werden? Ein Überblick, damit die Fragezeichen ganz schnell wieder verschwinden.
 

Informativen Text schreiben

 

Die Regeln: Es gibt keine!

 
Zunächst ist es wichtig, eines zu wissen: Informative Texte sind keine eigene Textgattung. Solche Sachartikel machen vielen Autoren gerade deshalb zu schaffen. Denn ohne eigene Textgattung gibt es auch keine klaren Regeln, kein Richtig oder Falsch. Die Folge: Oftmals entsprechen die angeforderten Texte nicht den Wünschen der Unternehmer. Doch was tun, wenn nun doch ein solcher Auftrag herein flattert?
 

Erst denken, dann schreiben: Die Einarbeitung in das Thema

 
Stoffsammlung, Brainstorming, Liste, Mindmap — egal, wie man es auch nennt — die Vorbereitung ist das A und O. Bevor man einen informativen Text schreibt, muss man sich auch mit dem darin behandelten Thema auskennen. Und das am besten nicht nur oberflächlich: Ein guter, sachlicher Artikel lebt vom Wissen des Verfassers.
 
Was also tun, wenn kein Wissen da ist? Recherche ist angesagt! Egal ob Google, Kollegen, Freunde oder Auftraggeber — irgendjemand weiß immer etwas zum Thema. Alles Wichtige kann dann beispielsweise in einer Mindmap festgehalten werden. Sobald der Verfasser Experte im Fachgebiet geworden ist, folgt der nächste Schritt. Und nein, das ist noch nicht das Schreiben.
 

Für wen schreibe ich? Eine Zielgruppen-Analyse

 
Besonders wichtig, wenn Sie einen informativen Text schreiben sollen: Kennen Sie Ihre Zielgruppe! Welche Sprache spricht sie? Welche Fachwörter kennt sie? Und welche möglicherweise nicht?
 
Es ist wichtig, zu wissen, für wen das Thema aufbereitet werden soll, denn ansonsten wird es schwierig, den Sachtext so zu formulieren, dass ihn die Zielpersonen auch tatsächlich verstehen. Im Zweifelsfall gilt: Lieber zu abstrakte Begriffe ausformulieren. Das beugt Verständnisproblemen vor.
 

Vorbereitende Notizen und Recherche

 
Nun heißt es: Gedanken sortieren. Auf einem Blatt können alle Stichworte, Schlagwörter und Überthemen in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht werden. Und schon steht der Aufbau des informativen Textes.
 
Im Artikel werden oftmals Fakten präsentiert und belegt. Doch hin und wieder kann es auch Quellen geben, die den im Texten genannten Fakten widersprechen. Deshalb lohnt sich die Präsentation verschiedener Quellen, die die gleiche Aussage unterstützen. Das erhöht die Glaubwürdigkeit. Bevor es endgültig ans Schreiben geht, hilft es, sich für jede These des Sachtextes ein Argument zu notieren.
 

Erörterung, Feature, Ratgeber — Abgrenzungen und Gemeinsamkeiten

 
These und Argument? Da denkt man sofort an eine Erörterung aus dem Schulunterricht. Allerdings soll das Notieren lediglich beim Strukturieren im Kopf helfen. Der Text soll keineswegs ein bloßes Präsentieren von Argumenten sein!
 
Die Funktion des informativen Textes ist vergleichbar mit der eines Features: Ein komplexer Sachverhalt soll verständlich erklärt werden. Aber anders als das Feature soll ein informativer Text vor allem fachlich informieren und nicht einfach nur der Erklärung des „Großen Ganzen“ dienen.
 
Wichtig ist aber auch, dass der Info-Text eine Lösung geben soll. In dieser Sicht gleicht er einem klassischen Ratgeber-Text, indem er das Problem von allen Seiten beleuchtet. Aber – und hier liegt der Unterschied zum Ratgeber – er stützt sich am Ende nicht auf ein Produkt oder eine Dienstleistung als beste Lösung sondern überzeugt mit Neutralität.
 

Der schwierigste Teil: Werben in informativen Texten

 
Der Sinn eines jeden Sachtextes ist die Darstellung von Informationen zu einem bestimmten Thema. Alle Fragen, die entstehen könnten, sollen bereits beantwortet werden, Lösungen aufgezeigt werden und das allerwichtigste: Der Mehrwert für den Nutzer muss ersichtlich sein, sonst streikt — zumindest beim Online-Texten — die Suchmaschine.
 
Es geht im Grunde also um nichts anderes als Content Marketing: Der Webseiten-Betreiber möchte seine Dienstleistungen oder Produkte werbend für den Leser darstellen. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: Der Text soll zwar werben, darf aber nicht aussehen wie Werbung!
 

Informativen Text schreiben: So gelingt’s

 
Am besten eignet sich die Präsentation von Fakten und positiven Eigenschaften, ohne direkt für das Produkt zu werben. Durch das Hervorheben von Besonderheiten wird der Leser automatisch von den Vorzügen des Produktes informiert – und erkennt den Mehrwert, den ein Kauf des Produktes für ihn bedeutet.
 
Das nicht-werbende Informieren erzeugt Vertrauen beim Kunden gegenüber dem Anbieter und kann so indirekt zum Kauf animieren. Professionelle Tonalität und gute Wortwahl überzeugen davon, dass der Verfasser sich mit dem Thema auskennt. Starke Verben statt langweiliger Nomen dazu – und der Artikel ist so gut wie fertig.
 
Am allerwichtigsten ist und bleibt: Das Thema nur so ausführlich behandeln, wie es behandelt werden muss. Zu lange Texte lassen den Leser abspringen. Ein klar erkennbarer roter Faden sollte dem Leser zusätzlich helfen, den Überblick nicht zu verlieren.

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