Alternativen für Stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

Oder: Schluss mit Floskeln – sag es treffender!
 
Langweiliger und vorhersehbarer geht es kaum: Floskeln lassen Briefe und E-Mails abgedroschen und konventionell klingen und ermüden Leser. Da ist es kein Wunder, dass Kunden bei altmodischen Satz-Ungetümen wie „Wir würden uns freuen, Ihnen zur Verfügung stehen zu dürfen“ direkt abschalten. In unseren Seminaren ergibt sich oft die Frage: Kann man das „Stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung“ nicht schlagkräftiger ausdrücken? Gibt’s da keine sinnvollen Alternativen? Na klar! Sag es treffender – mit diesen kreativen Lösungen!
 

 

Schlechte Grußformel: 1000-mal gehört – 1000-mal ist nichts passiert …

Floskeln und Redewendungen stehen per Knopfdruck auf Abruf: Computer und Internet
machen’s möglich. Schnell und einfach soll es gehen. Aber einen großen Nachteil darf man hier nicht vergessen: Unpersönlichkeit. Heute basieren Serienbriefe, Serien-E-Mails, aber auch die Korrespondenz in Unternehmen meist auf standardisierten Textbausteinen. Jeder Leser bekommt in jedem Brief und jeder Mail die altbekannten Phrasen vorgesetzt – weil’s bequem ist.
 
Der Schluss vieler Verkaufsbriefe und -Mails liest sich so, als wäre dem Texter auf den letzten Metern die Luft ausgegangen. Oder vielmehr die Lust? Mit derselben Sorgfalt, mit der Sie beginnen – indem Sie Ihr Angebot oder Anliegen präsentieren –, sollten Sie Ihr Schreiben auch beenden. Denn ein gelungener letzter Absatz informiert den Leser darüber, was Sie von ihm erwarten, und sagt ihm ganz konkret, was er jetzt tun soll.
 
„Über eine Antwort würden wir uns freuen“, „Sie können jetzt bestellen“, „anbei erhalten Sie…“ und „Stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung“: Floskeln, die Sie bestimmt schon unzählige Male gehört und mindestens genauso oft überlesen und ignoriert haben. Dabei beinhalten gerade diese formelhaften Wendungen den so wichtigen „Call to Action“ – sie wollen den Leser führen und ihn zum Handeln bringen. Nur: Mit solchen überholten Formulierungen holen Sie niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Sagen Sie’s zeitgemäßer und effektiver!
 

Nicht alle Floskeln sind schlecht

 
Zunächst einmal: Manche Floskeln haben durchaus ihre Berechtigung. Denn sie bilden das konventionelle (und manchmal auch rechtliche) Gerüst, an dem wir uns in unseren Briefen und E-Mails entlang hangeln. Und formelhafte Füllwörter wie „ja“, „da“, „denn“, „so“, „doch“, „gleich“, „einfach“, „gerne“ und „direkt“ geben Ihrem Text eine freundliche, bekräftigende Note und helfen, den richtigen Ton zu finden. Sogenannte Führungsfloskeln leiten den Leser, schaffen Emotionen – und bringen ihn sanft in Position für Ihre Verkaufsargumentation. Mit Floskeln wie „Bestimmt sagen Sie jetzt…“ und „Sicher kennen Sie diese Situation, …“ schaffen Sie Vertrautheit und argumentieren aus der Sicht des Lesers. Was Sie hingegen meiden sollten, sind veraltete Phrasen ohne Mehrwert – doch die können originell umgebaut werden.
 

Stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Floskeln, die kein Leser braucht: Sag es treffender

 
Stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung oder „Für weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne zur verfügung“: Abschlussfloskeln, wie sie konventioneller nicht sein könnten. Sätze wie diese hat Ihr Leser schon so oft gelesen, dass er sie nicht einmal mehr zur Kenntnis nehmen wird. Dabei sind diese doch mit die Wichtigsten in Ihrem Werbebrief! Schließlich wollen Sie den Kunden auffordern, mit Ihrem Unternehmen in Kontakt zu treten und sich beraten zu lassen – da sollten Sie deutlich engagierter und aktiver auftreten. Versuchen Sie es stattdessen mit einer klaren Aufforderung:
 
👉 Ein Satz wie „Rufen Sie einfach an. Wir freuen uns auf das erste Gespräch!“ beweist Tatkraft und weist dem Leser unmissverständlich den Weg.
 



 
 
 


 

„Über eine Rückantwort würden wir uns freuen …

 
Diese Formulierung klingt gekünstelt und wird den Leser nicht zum Handeln motivieren. Weiteres Minus: Der verwendete Konjunktiv klingt zögerlich und wenig positiv. Mit Aktivkonstruktionen und klaren Aufforderungen erreichen Sie hier mehr – und treten dabei auch noch selbstbewusster auf. Beispiel: „Lassen Sie sich die vielen Vorteile von Produkt xy nicht entgehen. Mit dem beiliegenden Formular erhalten Sie noch heute Ihr persönliches Exemplar.“
 

„Mit freundlichen Grüßen“

 
Dies ist die traditionell verwendete Grußformel zum Schluss Ihres Schreibens – mit ihr machen Sie nichts falsch. Aber besser wirkt ein personalisierter Abschied, der den Empfänger persönlich anspricht und eine emotionale Ebene einbringt. „Mit Grüßen aus dem sommerlichen Augsburg“ klingt eben gleich viel herzlicher und origineller. Auch in der Anrede können Sie diesen Trick anwenden: Je nach Thema Ihres Schreibens passen Sie die Grußzeile etwa mit „Lieber Gartenfreund“ oder „Lieber Weinkenner“ an.
 
Mit ein wenig Überlegung können Sie Briefe und E-Mails ganz einfach noch persönlicher machen: Ändern Sie doch ab und zu Ihre Abschiedsfloskel. Wenn Sie Ihren Adressaten etwas besser kennen, dürfen es gerne auch mal die „herzlichen Grüße“ sein. Oder Sie wünschen Ihrem Adressaten zum Abschied „schöne Ostern“ oder „ein frohes Weihnachtsfest“. Lassen Sie einfach Ihren Charme spielen!
 
Weitere Vorschläge:
 


Ein schönes verlängertes Wochenende …
Alles Gute für das neue Jahr …
Mit besten Grüßen aus Augsburg …
Einen schönen Sommer wünscht Ihnen …


 

Weitere Chancen ergeben sich je nachdem, in welcher Branche Sie tätig sind. So kann die Schokoladenfirma eine „süße Weihnachtszeit“ wünschen. In jedem Fachgebiet bieten sich Möglichkeiten, genau auf Ihre Zielgruppe einzugehen.
 

„Anbei erhalten Sie …“

 
So lenken Sie die Aufmerksamkeit des Lesers auf ein beigefügtes Prospekt oder ein Dokument im E-Mail-Anhang – verpassen es aber, ihn klar zu instruieren, wie es nun weitergehen soll! Besser geben Sie eine eindeutige Führung und einen Anreiz zum Handeln, indem Sie etwa ein attraktives Angebot in Zusammenhang mit dem Bestellaufruf machen: „Wer schnell anruft, profitiert von tollen Einführungspreisen. Bestellen Sie Ihr neues Produkt xy einfach und direkt mit der beiliegenden Broschüre!“
 

Herr über das Kopfkino: Richtige Bilder setzen …

Was wir lesen, erscheint bildhaft vor unserem geistigen Auge. Nutzen Sie dieses Phänomen, um Ihren Interessenten das Bild einer erfolgreichen Zusammenarbeit in den Kopf zu setzen! Aus dem zögerlichen „Über eine Zusammenarbeit würden wir uns freuen“ wird ein positiv stimmendes „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“. So signalisieren Sie Ihrem Leser nicht nur, dass Sie wirklich an einer Kooperation mit ihm interessiert sind. Sie schaffen Fakten, die noch keine sind – es klingt, als wären Sie schon miteinander im Geschäft. Der Leser sieht das „richtige“ Bild.
 

Schluss mit einfallslosen Floskeln: Kreative Alternativen

 
Wenn Sie diese Tipps beherzigen, können Sie beinahe jede Floskel zu einer originellen und kreativen Formulierung umbauen – und sie dabei noch effektiver und kraftvoller machen.
 

Infografik: Abschiedsfloskeln

 

 
 
In der folgenden Tabelle finden Sie zur Inspiration weitere Möglichkeiten, wie Sie altmodische Worthülsen kreativ auflösen – damit Ihre Briefe und E-Mails nie wieder im Einheitsbrei der Phrasendrescherei untergehen!

 

Floskel

… stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

Bessere Alternative: Sag es treffender!

So einfach beginnt Ihr Dialog mit uns: Sie wählen nur Tel. … und sprechen direkt mit Frau xy. Wir freuen uns auf Ihren Anruf!
 
Sicher wollen Sie nun genau wissen, was wir Ihnen bieten können. Ganz einfach: Ich freue mich auf Ihren Anruf unter Tel. …
 
Bestimmt wollen Sie nun mehr erfahren. Der Prospekt verrät Ihnen, wie’s weitergeht. Schauen Sie doch gleich einmal hinein!
 
Rufen Sie einfach an. Wir freuen uns auf Ihren Anruf!


Über eine Zusammenarbeit würden wir uns freuen.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!


… können Sie jetzt bestellen …

Bestellen Sie jetzt!


… möchten wir Sie als neuen Kunden begrüßen …

Wir begrüßen Sie herzlich als neuen Kunden! Herzlich willkommen als neuer xy-Kunde!


Mit freundlichen Grüßen

Guten Rutsch ins Neue Jahr!
 
Eine schöne vorweihnachtliche Zeit!
 
Mit besten Grüßen aus Augsburg
 
Einen schönen Sommer wünscht Ihnen…
 
Oder noch persönlicher, etwa bei vorherigem persönlichen Kontakt: Einen angenehmen Messeaufenthalt/Urlaub etc.!


Anbei erhalten Sie …

Sicher wollen Sie nun gleich erfahren, welche Seminare wir in Ihrer Stadt anbieten. Nichts einfacher als das: Gleich ins beiliegende Prospekt schauen und Ihr Paket buchen!
 
Übrigens: In unserer beiliegenden Broschüre finden Sie alle wichtigen Informationen. Gleich reinschauen!
 
Nur für kurze Zeit: Einführungsrabatt von 5%! Gleich anrufen und direkt mit der beiliegenden Broschüre bestellen.

 

Werden Sie ab und zu ganz persönlich …

Beim Erstkontakt empfiehlt es sich, Grußwort und Abschied eher formell zu halten. Sobald Sie Ihren Leser aber schon eine Weile kennen, gilt: Je persönlicher, desto besser. Ein persönlicher Satz im Brief oder eine kurze Mail zeigen Ihrem Leser, dass er eine individuelle Persönlichkeit für Sie ist – und nicht „irgendjemand aus der Kundenkartei“.
 
Achten Sie mal darauf: Sie werden erstaunt sein, wie viele Möglichkeiten sich durch Gespräche und schriftliche Kontakte finden, Ihre Kunden persönlicher anzusprechen. Wünschen Sie einen schönen Urlaub, gratulieren Sie kurz zum Baby oder zur Beförderung. Die Möglichkeiten sind vielfältig.
 


Einen erfolgreichen Messeaufenthalt in Basel …
Gutes Gelingen für Ihr neues Projekt …
Ich wünsche Ihnen einen stressfreien Umzug …


 

Ganz besonders beeindrucken Sie Ihren Leser natürlich, wenn Sie an seinen Geburtstag denken. Der sollte Ihnen dann eine eigene Mail oder eine kleine Glückwunschkarte wert sein. Und bitte meiden Sie bei einer Gratulation wie bei einem Danke jeden ausdrücklichen Verkauf. Ihre schöne persönliche Geste wird dadurch vollkommen entwertet.
 

Ein Wort zum Schluss …

Noch mehr über Grußformel und Ausstiege in Brief und E-Mail hören Sie in meinen Texterseminaren und lesen Sie in meinen Büchern. Ich wünsche Ihnen für heute wieder viel Erfolg bei der Umsetzung, viele neue Ideen und viel Freude beim Schreiben!
 

Passt gut zum Thema …

Textertipp: Wortwahl und Synonyme
Seminar: Texterseminare
 
 
Linktipp: „Online-Synonym-Wörterbuch“ www.woxikon.de
 

Bitte teilen, vielen Dank!



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