Textertipps in Songtexten: Besser Texten lernen mit bekannten Liedern

Textertipps in Songtexten

 

“There are many things that I
would like to say to you
but I don’t know how”

(Oasis / Wonderwall)

 
Bekannte Worte von einer bekannten Band. Wenn es Ihnen im Berufsalltag so geht wie Liam Gallagher von Oasis, als er den Song schrieb, dann sind Sie wahrscheinlich Texter. Diesmal haben wir uns im Textertipp auf Songtexte gestürzt – und einfach mal untersucht, ob sich Textertipps daraus ableiten lassen. Das Tolle: Es funktioniert tatsächlich. Und liest sich doch gleich viel angenehmer als „Tun Sie dies!“, „Tun Sie das!“. Viel Spaß also mit diesen Textertipps in Songtexten. Seien Sie aber gewarnt: Hier besteht Ohrwurm-Gefahr!
 

Textertipps in Songtexten

 
Auf einen Blick:
 
Textertipps in Songtexten, die Schreibblockaden lösen …
Wie Sie sich die Aufmerksamkeit Ihrer Leser ertexten: Diese Songtexte verraten’s
Textertipps in Songtexten rund um Einfachheit und Klarheit
Textertipps in Songtexten: Druck erzeugen
Neugier wecken: What does the fox say?
Bekanntes nutzen: Country roads …
Nutzen hervorheben: I’ve found a reason for me …
 

Textertipps in Songtexten, die Schreibblockaden lösen …

 
Selbst der kreativste Kopf hat einmal mit Schreibblockaden zu kämpfen. Die Zeit vergeht und alles, was Ihnen durch den Kopf schwebt, ist:
 

„Mir fehl’n die Worte ich
hab’ die Worte nicht
dir zu sagen was ich fühl‘
ich bin ohne Worte ich
finde die Worte nicht
ich hab keine Worte für dich“

(Tim Benzko: Wenn Worte meine Sprache wären)

 
Vorneweg: Sie werden kaum ein Wort zu Papier bringen, wenn Sie sich selbst in Gedanken bereits vor dem ersten Satz zensieren. Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf! Hinterher können Sie immer noch kürzen und streichen. Denn:
 
„Wo bleibt zwischendrin, wenn man am Anfang vom Ende spricht?“
(Casper: Lippenlesen)

 
Glücklicherweise leben wir nicht mehr im Zeitalter der Schreibmaschine. Und nicht jede Seite muss fehlerfrei abgetippt werden. Üben Sie sich im Zweifelsfall an Techniken, um den Kopf frei zu kriegen. Beispielsweise kann „Freies Schreiben“ hilfreich sein. Wie’s funktioniert? Ganz einfach: Schreiben Sie auf, was auch immer Ihnen durch den Kopf geht. Egal, ob es mit dem Text zu tun hat, den Sie schreiben wollen, oder nicht. Lassen Sie sich von der Flut Ihrer Gedanken treiben:
 
„Das ist die perfekte Welle
Das ist der perfekte Tag
Lass‘ dich einfach von ihr tragen,
Denk‘ am besten gar nicht nach“

(Juli: Die perfekte Welle)

 
Tagebuch, To-Do-Listen, Briefe an Unbekannt, unvollendete Ideen, wirre Worte – beim freien Schreiben ist alles erlaubt. Wenn Ihr Kopf erst von altem Ballast befreit ist, entsteht Platz für Neues. Und wenn danach die Einkaufsliste für nächste Woche vor Ihnen liegt? Keine Sorge:
 
„Kein Mensch kann sie wissen
Kein Jäger erschießen
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei!“

(u. A. Hoffmann von Fallersleben: Die Gedanken sind frei)

 

Wie Sie sich die Aufmerksamkeit Ihrer Leser ertexten: Diese Songtexte verraten’s …

 
Was bringt Menschen zum Lesen? Und was hat Musik damit zu tun? Ganz einfach: Wie Sie es schaffen, dass Ihre Texte gelesen werden, erklären wir in 5 einfachen Punkten. Und das anhand von Songbeispielen, die diese Vorsätze schon längst verinnerlicht haben.
 

1. Einfachheit und Klarheit

 
Ein guter Texter weiß: Wir mögen klare Worte. Einfach zu verarbeitende Informationen sind wichtig, um die Aufmerksamkeit des Lesers zu halten. Deshalb muss Ihr Text schnell sein – schnell im Lesevorgang und vor allem beim Verstehen. Doch wie funktioniert das Schreiben auf Geschwindigkeit?
 

„Ich schreib auf Geschwindigkeit
wird er federleicht
und lass Gedanken fantasieren“

(Clueso: Schreibe dir)

 
Halten Sie sich an das altbewährte Prinzip KISS – Keep It Short and Simple. Das bedeutet, kurze Sätze und sparsame Verwendung von Fremdwörtern. So machen Sie es Ihren Lesern leicht, die Botschaft schnell zu verstehen. Und mit ein bisschen Glück werden sie zum Kunden und nehmen am Ende des Tages Ihr Produkt mit nach Hause. Oder wie die Jungs von One Direction singen:
 
“If you don’t wanna take it slow
And you just wanna take me home
Baby, say yeah, yeah, yeah,
And let me kiss you”

(One Direction: Kiss you)

 

2. Angst und Druck erzeugen

 

„Tomorrow will be too late
It’s now or never
My love won’t wait”

(Elvis Presley: It’s now or never)

 
Der King of Rock ’n’ Roll stellt hier seiner Geliebten ein Ultimatum. Auch Sie als Texter können manchmal mehr bei Ihren Lesern erreichen, wenn Sie gezielt Druck erzeugen. Vermitteln Sie das Gefühl einer einmaligen Chance – ganz nach dem Motto: Jetzt oder nie! Nur Vorsicht: Übertreiben sollte man es nicht. Sonst wird nicht gekauft, sondern genervt weggeklickt oder weggeworfen.
 

3. Neugier hervorrufen

 

„Ducks say „quack“
And fish go „blub“
And the seal goes „ow ow ow“
But there’s one sound
That no one knows
What does the fox say?“

(Ylvis: The Fox)

 
Mit einer guten Headline können Sie gezielt Neugier wecken. Mit den richtigen Worten bringen Sie Ihren Leser dazu, sich weiter in den Text zu vertiefen. Wie Sie das schaffen? Indem Sie schon hier Spannung aufbauen. Denn die wirkt als Signal für den Leser, weiter zu lesen.
Werfen Sie bei Dialogmarketing-Headlines zum Beispiel Fragen auf, die Sie hinterher im Text beantworten. Drücken Sie sich klar aus und verkünsteln Sie sich nicht mit Wortspielereien. Eine solche Headline ist dazu da, die Aufmerksamkeit des Lesers in den Text zu leiten. Er soll nicht erst überlegen müssen, was wohl mit der Headline gemeint ist.
 

4. An Bekanntes anknüpfen

 

„Country roads, take me home
to the place I belong
West Virginia
Mountain mamma, take me home
country roads”

(John Denver: Take me home, country roads)

 
Ein bekanntes Lagerfeuerlied lehrt uns über die Bedeutsamkeit von Heimweh. Nichts ist vergleichbar mit dem Gefühl, nach langer Zeit wieder nach Hause zurückzukehren. Doch nicht nur Orte, sondern auch Namen, Gerüche, Geschmack, Melodien, Lieder oder Worte können Gefühle von Vertrautheit auslösen. Für Sie bedeutet das: Mit einer wohl platzierten Anspielung treffen Sie die richtige Zielgruppe mitten ins Herz. Und lösen, wenn’s gut läuft, gewohnte Abläufe aus: zum Klik, zum Teilen, zum Warenkorb …
 
Ähnlich wie die Macht des Bekannten wirken ganz konkrete Erinnerungen. Manchmal reichen wenige, wohl gewählte Sprachbilder aus, um beim Leser Erinnerungen zu wecken:
 
„Das war die schönste Zeit
weil alles dort begann.
Und Berlin war wie New York
ein meilenweit entfernter Ort.
Und deine Tränen waren Kajal
an dem Tag als Kurt Cobain starb
lagst du in meinen Armen
das war die schönste Zeit.“

(Bosse: Schönste Zeit)

 

5. Nutzen und Vorteil hervorheben

 

“I’ve found a reason for me
to change who I used to be
a reason to start over new
and the reason is you”

(Hoobastank: The reason)

 
Warum sollte der Leser gerade Ihr Produkt kaufen? Machen Sie Ihr Produkt zu dem Grund für Ihren Kunden, etwas Neues zu wagen. Vermitteln Sie dabei klar, welchen Nutzen von der Veränderung hat!
Dabei können Sie einerseits die Lösung zu einem bereits bestehenden Problem aufzeigen. Wecken Sie aber auch selbst Begehrlichkeiten oder Sehnsüchte, für die Sie Abhilfe schaffen.
 
„Ich war noch niemals in New York
Ich war noch niemals richtig frei
Einmal verrückt sein
und aus allen Zwängen flieh’.“

(Udo Jürgens: Ich war noch niemals in New York)

 
Diese bekannten Zeilen sprechen aus der Sicht eines Familienvaters, der seines eintönigen Lebens überdrüssig geworden ist. Er gehört wohl zur perfekten Zielgruppe, um eine Reise in aufregende Länder zu bewerben. Überlegen Sie, wonach sich Ihre Kunden sehnen und zeigen Sie Ihnen die Lösung. Und vor allem: Führen Sie Ihre Leser mit Headlines, Teasern, Hervorhebungen und klaren Aufforderungen zur Reaktion durch Ihre Texte.
 
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