Ihr Textertipp: Mai 2015

Stark texten im Internet
Wichtige Tipps für Ihren Online-Auftritt …

 

Textertipp - LiebesbriefTexte fürs Internet, für E-Mails, Shops oder Social-Media-Plattformen. Alles keine Hexerei. Noch immer ist das Material dasselbe: die 26 Buchstaben des Alphabets. Nur die Baupläne sind auf mehr Geschwindigkeit getrimmt. Und es gibt noch einige Dinge, die Sie als Texter wissen sollten. Der Textertipp hilft …
 
 
 

Das größte Vorurteil von allen: Texte im Internet werden nicht gelesen

 
Stimmt nicht und stimmt doch. Texte im Internet lesen wir nicht sofort. Bei der ersten Begegnung überfliegen wir eine Webseite, suchen „Informationshappen“, schnell Verwertbares. Wird unser Interesse geweckt, beginnt eine intensivere Beschäftigung. Spätestens nach dem ersten Klick lesen wir nur noch das, was wir wirklich spannend finden.
 
Das Leseverhalten im Internet ist anders als bei gedruckten Texten. Texte im Internet liest man – zunächst – tatsächlich nicht, sondern überfliegt Webseiten beim ersten Kontakt. Zeitdauer pro Homepage bis zum ersten Klick: circa 7 Sekunden. Wir scannen, was wir sehen, immer auf der Suche nach Schlüsselwörtern und Hinweisen, die dann per Klick in den Text hineinziehen.
 

Auch im Web müssen Sie Leserfragen beantworten

 
Vier Fragen müssen in dieser ersten Phase beantwortet werden: Wo bin ich? Wie navigiere ich? Was ist für mich spannend? Was kann ich tun? Wesentliche Informationen müssen hier schon schnell und leicht erfassbar sein und sollten signalisieren: „Ich bin lesenswert.“ Wir lesen also interessengeleitet, und es ist ganz entscheidend, ob ein Texter genug getan hat, um dieses Interesse wachzukitzeln. Durch die Platzierung von Schlüsselwörtern, ansprechenden Headlines, Headline-Text-Strukturen, Bulletpoints anstatt langer Sätze und durch packende Anreißertexte.
 
Zunächst geht es also um den ersten Klick. Auf einen Link oder das „Mehr“ nach einem packenden Anreißer. Hat ein Besucher erst einmal geklickt, will er mehr wissen. Jetzt lesen wir tatsächlich. Über weitere Ebenen hinweg, wenn der Text fesselt. Auch Langtext. Allerdings noch immer langsamer als auf einem Blatt Papier, denn Lesen am Bildschirm macht Mühe. Während wir bei normaler Lesegeschwindigkeit ca. 250 Wörter pro Minute aufnehmen, sind wir jetzt ein gutes Drittel langsamer. Deshalb sollten Sie für lange Lesetexte – und so machen das viele Zeitungen in ihren Web-Auftritten – nach wie vor den Ausdruck anbieten.
 

Setzen Sie auf paralleles Erzählen – und gleichzeitig auf viel Struktur

 
Texte im Netz ticken anders. Weil Besucher sofort wissen wollen, worum es geht. Weil nicht mehr der Schreiber, sondern der Leser den Weg der Informationsaufnahme vorgibt. Das ist ein fundamentaler Unterschied zu gedruckten Texten. Richtig gute Webtexter denken sich in ihre Leser hinein und sehen voraus, welche unterschiedlichen Wege sie „in den Inhalt“ nehmen. Dramaturgie ist out, Konzeption ist in. Lineares Schreiben, der Aufbau eines Textes vom Einstieg bis zum Schluss, Absatz für Absatz, Argument für Argument, aufgereiht wie die Perlen einer Kette ist Print. Und out im Netz.
 

Pralinenschachtel statt Perlenkette

 
Die eigentliche Sensation am Internet ist die Tatsache, dass sich lineare Erzählstrukturen nun auflösen. Führen – nur noch bedingt ist das möglich. Jetzt erzählen wir parallel. Wir brauchen immer noch die stärksten Informationen zuerst. Um den Leser an die Hand zu nehmen und schnell Interesse aufzubauen. Doch viele „Informationshappen“ liegen bereit. Konsumiert wird nach Gusto des Users. Die Struktur ähnelt nicht mehr der Perlenkette, sondern eher dem Aufbau einer Pralinenschachtel aus mehreren Schichten. Viele süße Stücke ergeben zusammen das süße Ganze. Doch der eine mag lieber Marzipan, der andere lieber Nougat. Der eine isst Schicht für Schicht nur Marzipan, der andere komplett die erste Lage. Wie sieht also der Bauplan Ihrer Pralinenschachtel aus – und haben Sie überhaupt schon daran gedacht, Ihre Inhalte in „süße Stücke“ zu zerteilen?
 

Verständlich texten im Web: Ein paar Eckdaten

 
Texten heißt führen. Ganz besonders im Web. Durch sichtbare Struktur, klickbare Aktionen und verständliche Sprache. Doch wie erreicht man Verständlichkeit, wenn gar nicht klar ist, wo Satzfragmente und wo ganze Sätze stehen?
 
Auch beim Texten im Internet geht es um Führung: in die nächste Ebene, zum nächsten Klick in den nächsten Link, zur Bestellung im Shop. Die Gründe, warum wir uns mit weiterführenden Informationen beschäftigen, sind die gleichen wie im Print: Angst oder Druck, Neugier, Vorteile, oder wir erkennen Bekanntes (wie Schlüsselwörter). Diese psychologischen Motive motivieren für den nächsten Klick, aktivieren zum Lesen von Texten und Headlines – wie auch in anderen Medien. Sie müssen nur schneller vermittelt werden. Durch sofort erfassbare Strukturen auf der ersten Kontaktebene einer Website. Und die schaffen Sie durch:
 
– konsequente Headline-Text-Strukturen auch mit Zwischen-Überschriften,
– das Zerbrechen langer Sätze in Aufzählungen (mit Bulletpoints),
– Linkleisten oder -kästen zum Thema,
– fettgedruckte Hervorhebungen im Text (1-2 pro Absatz),
– klare Absätze auch in längeren Textblöcken (3-7 Zeilen),
– Begrenzung der Zeilenlänge (maximal ca. 40 Zeichen) und mehrspaltigen Aufbau.
 
Verständlich texten auf der ersten Ebene heißt: Sie schreiben kurze Sätze oder Satzfragmente, nutzen kurze Headlines und Anreißer-Links, die vollständige Informationen bieten. Ist das Interesse eines Besuchers geweckt, liest er auf den nächsten Ebenen auch längere Texte. Doch bleiben Sie auch hier kurz und prägnant.

 

Den kompletten Textertipp lesen Sie hier als PDF.

 


 
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