Ihr Textertipp: Dezember 2014

Synonyme: Wenn die Wortwahl zur Wortqual wird

Textertipp - WortwahlAls Schüler lernt jeder die Regel: „Keine Wiederholungen!“ Im Prinzip stimmt das auch. Aber vor allem bei Substantiven sollten Sie Acht geben. Hier führt der Zwang zur Abwechslung oft zu gestelzten, hässlichen Wörtern: Wenn zum Beispiel der Fisch plötzlich „Kiementier“ heißt oder die Wahl zum „Urnengang“ aufgebläht wird. Ihr Textertipp enthält deshalb eine Liste mit den
abgegriffensten Synonymen und dazu drei Tipps, die Sie sicher zum passenden Synonym leiten.

 

Das Problem: Abwechslung, aber nicht um jeden Preis!
 
Natürlich: Abwechslung hält einen Text lebendig. Deshalb ist es völlig richtig, viele verschiedene Verben zu benutzen. Bei den Substantiven gilt jedoch: Vorsicht! Nicht immer gibt es für einen
Sachverhalt zwei identische Wörter. Da geht der Versuch, abwechslungsreich zu schreiben, schnell mal daneben. Hier eine Liste mit einigen etwas verunglückten Synonymen – etwa diesen:
 
Andorra, Liechtenstein etc. = der Zwergstaat
Sie sehen es schon am etc.: Hier macht der Zwang zur Abwechslung den Text unpräzise. Zwergstaat kann für sicher 20 Nationen stehen – warum denn nicht einfach noch einmal Liechtenstein?
 
Die Wahl = der Urnengang
Könnte auch der Gang zu einer Feuerbestattung sein. Peinlich wird es, wenn die Wahl gar nicht mit Urnen organisiert wird, zum Beispiel eine Wahl im Internet.
 
Das Fahrrad = das Velò, der Drahtesel
Zwei affektierte und altbackene Ausdrücke. Fragen Sie sich einmal selbst – würden Sie zu Freunden sagen: „Morgen kaufe ich mir einen Drahtesel“?
 
Gewässer = das kühle Nass
Pseudo-literarische Floskel. Hat nach der 5.000sten Wiederholung etwas an Frische verloren.
 
Niederschlag = unpräziser Ausdruck für Regen, Schnee etc.
Kraftloser Meterologen-Ausdruck. Wie viel anschaulicher sind da Regen, Schnee oder Hagel!
 
Der Bauherr = der Häuslebauer
Lässt Bauen als Hobby für Spießer erscheinen. So sollten Sie nicht mit Bauherren sprechen, wenn sie Ihre Kunden werden sollen.
 
Der Bauer = der Agrar-Ökonom
Ein perfektes Beispiel, wie man aus einem schönen, kraftvollen Wort bestes Beamten-Deutsch macht.
 
Der Fisch = das Kiementier
Unendlich gekünsteltes Konstrukt, würde im Gespräch benutzt – und daran sollen Sie als Texter sich ja orientieren.
 
Schauen wir uns diese Liste etwas genauer an, dann sehen wir schnell, was schlechte
Synonyme ausmacht. An folgenden Eigenschaften erkennen Sie sie:
 
Schlechte Synonyme sind unpräzise (wie „Zwergstaat“ für Andorra oder „Niederschlag“)
 
Sie werden in der gesprochenen Sprache nie verwendet (wie „Kiementier“).
 
Sie enthalten eine Wertung, die Sie als Schreiber nicht beabsichtigen (etwa „der Häuslebauer“ statt Bauherr oder „der Winkeladvokat“ statt Anwalt).
 
Sie bedienen sich gut gemeinter, aber meist platter literarischer Schnörkel (zum Beispiel „das kühle Nass“ für Wasser).
 
Sollte Ihr Synonym eine der obigen Bedingungen erfüllen – ersetzen Sie es! Welche
Möglichkeiten Sie dazu haben, erfahren Sie gleich hier …

 

 

Den kompletten Textertipp lesen Sie hier als PDF.

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